Schlagwort-Archive: Surfing

Plötzlich zu dritt

Schon wieder ist so viel Zeit vergangen! Mittlerweile ist Christians Bruder, Mathias, angekommen und wir erkunden jetzt zu dritt Costa Rica! Aber wir versuchen mal dort anzusetzten, wo wir aufgehört haben.

Von der Brauerei sind wir mit den lokalen Bussen tatsächlich bis nach Nicaragua gekommen. Nach 13 Stunden Busfahrt und wirklich sehr unfreundliche Grenzbeamten sind wir in Nicaragua angekommen. Aber wir waren wieder nicht allein unterwegs. Begleitet hat uns Levi aus den USA und er hat auch während wir ca. eine Stunde an der Grenze auf unsere Pässe warten mussten (keiner weiß wieso), den Bart gekämmt und die Fingernägel geschnitten. 😀

Menschen und Geschichten

Es ist wirklich spannend, wie viele unterschiedliche Leute, mit ihren unterschiedlichen Geschichten wir mittlerweile kennengelernt haben. Vom Maler, bis zum Lehrer, Mediziner, Psychologen, Blogger und irgendwelche freiberuflichen Weltenbummler in Wohnmobilen, die ihre Kinder selbst unterrichten, aber auch einen Mitarbeiter der European Space Agency, eine ehemalige Nonne, einen Tauchlehrer aus der Schweiz, der es sich nicht leisten kann wieder zurück zu gehen und einen Engländer, der verzweifelt versucht nach Kanada einzureisen.

Nicaragua

In Nicaragua änderte sich die Natur auf einmal komplett. Hier war alles sehr vertrocknet, aber deshalb nicht weniger schön. Leider fühlten wir uns in diesem Land nicht sehr wilkommen. Hier mussten wir wieder sehr darauf achten, dass wir nicht abegzogen werden.  Mit Ehrlichkeit war es hier nicht mehr so… Aber wir hatten ja eh nicht sehr viel Zeit für Nicaragua. Jedoch haben wir die Zeit, die wir hatten sehr sehr schön verbracht.

Zuerst waren wir in Leon, eine etwas größere Stadt im Norden Nicaraguas. Es war hier so heiß, dass wir nachts kaum geschlafen haben, da es einfach nicht abkühlte. Hier tobten noch vor wenigen Wochen wilde Demonstrationen, bei denen Häuser abgebrannt und Menschen verletzt wurden. Zu der Zeit als wir dort waren hatte es sich beruhigt. Jedoch wird mittlerweile wieder über Ausschreitungen berichtet.

Von Leon aus war es nur eine kurze, aber heftige Fahrt an die Küste. Wir sind in einem Pickup mitgefahren, da wir zum Terminal mussten, um unseren Bus zu bekommen und ich hatte das erste Mal richtige Angst. Wir standen mit unseren Rucksäcken auf der Ladefläche des Pickups, mit noch weiteren Menschen. Es gab Metalstangen zum festhalten, aber der Fahrer hat überhaupt keine Rücksicht auf seine Fahrgäste genommen und ist gefühlt, ein wildes Autorennen gefahren. Wir konnten uns an den Stangen nur schwer halten, da die Hände natürlich schwitzig waren und das Gewicht und die Fliehkraft unserer Rucksäcke hat uns dann den Rest gegeben. Es hätte wirklich nicht viel gefehlt und wir wären bei voller Fahrt von diesem Pickup geflogen. Letztendlich haben wir es überstanden, aber es war sicherlich die letzte Fahrt mit einem solchen Gefährt für uns.

Aber die Strapazen haben sich gelohnt! Denn am Strand wartete eine abgelegene Lodge auf uns, die herrlich zum entspannen einlud!

Nach einigen entspannten Tagen haben wir uns nach Costa Rica aufgemacht. Zunächst mit mäßigem Erfolg.

Aber auch das haben wir natürlich irgendwie überstanden. Wir wurden dann nach etwa einer Stunde von einem anderen Bus aufgegabelt und sicher ans Ziel gebracht.

Costa Rica

Wooooow… Land Nummer 8 und woooow… ist das teuer hier!

Costa Rica ist mit großem Abstand das teuerste Land auf unserer Reise und ein kulinarisches Highlight ist das Essen bisher nicht, aber die Menschen sind hier wieder deutlich Gastfreundlicher und die Natur ist atemberaubend schön und hat eine ganz besondere Artenvielfalt! Schon bei unserem ersten Stop in Costa Rica haben wir von der Haltestelle aus in den Bäumen, der gegenüberliegenden Straße, Äffen herumhüpfen sehen…

Weil wir noch einen Tag hatten, bevor wir Mathias in der Hauptstadt abholen wollten, haben wir in Liberia zwei Nächte verbracht und wer ahnt es? Entspannt! Von dort sind wir nach San Jose gefahren und haben Mathias abgeholt. Ein verrücktes Gefühl plötzlich ein bekanntes Gesicht zu sehen. 🙂 Nach einem Tag Gewöhnung haben wir uns einen Mietwagen geschnappt und sind losgedüst!

Die erste Anlaufstelle war Quepos und eine Wanderung zu einem nahegelegenen Wasserfall.

Am nächsten Tag haben wir den Nationalpark Manuel Antonio erwandert uuuuuuund unser erstes Faultier gesehen!!!!! EIn absolutes Highlight. Leider sind sie eher Fotoscheu.

Das war es erst mal für heute und wir melden uns dann demnächt mit bestimmt neuen spannenden Geschichten von unserem 3 wöchigem Roadtrip! 🙂

Bis bald!

Das Touristentrauma

So, jetzt also Strand! Die 11 stündige Busfahrt war es wirklich Wert! Wir reisen für solch lange Strecken mit den ´Luxusbussen‘  der ADO-Gesellschaft. Nicht nur weil sie scheinbar bequemer sind sondern vor allem wegen der Toilette! 😉 Außerdem sind sie sicherer, denn nichts ist furchtbarer, als mitten in der Nacht an der Straße zu stehen, weil der Bus streikt.

Puerto Escondido

Es ist wirklich ein wirklich schönes Örtchen. Touristisch, aber trotzdem noch authentisch mit wunderschönen Stränden. Es herrscht eine sehr entspannte Atmosphäre, mit vielen sonnengebräunten Menschen, die an ihrer Kokosnuss schlürfen und vielen Surfen. Wie bereits im vorherigen Bericht erwähnt, haben wir uns ein Zimmer über AirBnb gemietet. Ein wirklicher Glücksgriff! Sehr günstig, aber sehr sauber und bequem. Außer uns waren noch zwei Australier und ein Deutscher da, mit denen wir uns gut verstanden haben. Jeden Tag haben wir kleine oder auch größere Spaziergänge gemacht und richtig schöne Ecken entdeckt.

Dolphin Watching Tour

Trotz unserer extremen Sparfuchsmentalität wollten wir dann aber einmal ein richtiges Touristending machen, eine Dolphin Watching Tour! Ehrlich gesagt, es war tatsächlich das coolste, was wir bisher erlebt haben! Früh morgens wurden wir an unserer Unterkunft abgeholt und waren passend zum Sonnenaufgang am Strand. Dort stiegen wir dann mit 4 anderen Personen und zwei Guides in ein Bötchen und los gings. Erst fuhren wir ein paar Kilometer raus auf den Pazifik, stets auf der Suche nach Delfinen. Irgendwann waren wir umringt von 10 bis 20 Delfinen, die Seite an Seite mit dem Boot schwammen. Dann durften immer zwei Leute ins Wasser und mit ihnen schwimmen. An einem Seil, welches am Boot befestigt war, ums Handgelenk gebunden, sprangen wir ins Wasser. Wir hatten schon etwas Angst, einfach so im großen Pazifik zu schwimmen. Aber es war wirklich atemberaubend! Auf dem Rückweg haben wir dann tatsächlich noch einen Wal mit seinem Kind gesehen. Es sah richtig surreal aus. Der Guide war völlig aus dem Häuschen und ist direkt mit seiner Actioncam ins Wasser gesprungen. Als er alles gefilmt hat, rief er Christian zu auch reinzuspringen und zack ist Christian, ohne groß nachzudenken ins Wasser gehüpft und mit dem Wal geschwommen. 😀 Glücklich, aber mit einem riesen Muskelkater und zig blauen Flecken vom aus dem Wasser zurück ins Boot klettern kamen wir dann wieder in der Unterkunft an.

Mazunte

Nach ein paar schönen Tagen wollten wir dann weiter ins nächste Strandörtchen. Wir haben im Vorfeld viel positives über Mazunte gehört und hatten uns sehr gefreut. Auch hier hatten wir eine Unterkunft über AirBnb gebucht… nur leider für März… Das haben wir aber leider erst gemerkt, als wir vor der Unterkunft standen. Völlig planlos und mit unseren großen Rucksäcken sind wir dann durch das Dorf gelaufen und haben nach einem Zimmer gesucht. Irgendwann wurden wir fündig. Eine Dame in einer Hängematte rief uns zu: „Habitacion?“ Das war unser Stichwort! Die Unterkunft war, naja wie sollen wir es beschreiben, ok für unsere Zwecke? Ja, vielleicht. Die Toilette war nur durch einen kleinen Vorhang von der Außenwelt bedeckt und so hatte man viele Zuschauer bei seinem Geschäft! 😀 Aber es gab ein Bett, ein Moskitonetz und einen Ventilator in unserem Zimmer. Statt der geplanten drei Nächte sind wir allerdings nur eine geblieben, denn auch das Dorf hat uns leider gar nicht überzeugt. Es war wirklich sehr schön, viel Grün und ein schöner Strand, aber alles andere wirkte sehr aufgesetzt. Es war ein Hippie-Tempel und jeder der nicht irgendwie völlig abgespaced und heftig alternativ durch die Gegend lief, wurde schräg begutachtet. Zumindest fühlte es sich für uns so an. Naja wir waren wohl einfach nicht bereit für diesen Ort. Abends haben wir uns dann aber noch mit einem Bierchen an den Strand gesetzt und einen unheimlich schönen Sternenhimmel bewundern können. 🙂

Huatulco

Am nächsten Morgen sollte es dann weiter gehen nach Huatulco. (Auch ein Strandort, an einem Nationalpark gelegen, etwas weiter südlich)

Den Weg dorthin sind wir wieder getrampt. Es ist kräftezehrend, weil man teilweise ziemlich lange in der Sonne steht und auf ein Auto wartet, aber es macht sooo viel Spaß, weil man die unterschiedlichsten Menschen kennenlernt. Zuerst nahm uns eine Mexikanerin mit, dann zwei Schweizer und dann noch mal zwei Mexikaner. So haben wir fast 70 Kilometer bestritten und natürlich fleißig gespart.

In Huatulco angekommen waren wir dann gar nicht mehr so happy. Vor uns lag eine Touristadt, mit vielen schicken Hotels und gar nicht mehr das Mexiko, dass wir so lieben gelernt haben. Wir hätten uns im Vorfeld einfach ein bisschen besser informieren sollen, aber auch das ist eine Erfahrung.  Grund für den Tourismus ist der Hafen, an dem auch große Kreuzfahrtschiffe anlegen können. Im Vorfeld, hatten wir wieder ein Zimmer über AirBnB gebucht. Es lag abseits, in einem kleinen etwas ‚mexikanischerem‘ Viertel und haben uns eigentlich sehr wohlgefühlt, bis es Nacht wurde. Die Geräusche in der Nacht ließen uns kaum schlafen. Irgendwas ist immer. Entweder sind es die Hunde, die einen Chor bilden, Vögel, die hier noch mal einige Dezibel lauter zwitschern, Autos, Menschen, Musik…   einfach alles. Es war auch in den Nächten davor nie ruhig und diese Hunde in der Nacht gab es bisher überall, aber wahrscheinlich hat sich die allgemeine, etwas niedergeschlagene Stimmung, seinen Teil dazu beigetragen. Letztendlich haben wir in fast keiner Nacht wirklich gut geschlafen, bis auf die letzte. Alles war unheimlich ruhig, ganz merkwürdig. Aber dann gab es in den Morgenstunden ein kleines Erdbeben. Wir sind ein wenig im Bett hin und her geschaukelt worden und dann war es auch schon wieder vorbei. Sehr merkwürdig insgesamt. 😀

Nichtsdestotrotz sind wir immer noch unheimlich froh über unsere gemeinsame Zeit hier und freuen uns auf das was noch kommt. Mexiko ist ein so wunderbares Land. Die Menschen sind  immer für einen kleinen Plausch zu haben und nehmen sich Zeit, trotz unserer noch immer nicht vorhandenden Spanischkenntnisse.  Die Agua frescas (frischer Fruchtsaftmix mit Zucker und Eiswürfeln) gibt es hier an jeder Ecke, genauso wie die kleine Tacostände oder die Cantinas, in denen man wohl das beste hausgemachte Essen für richtig kleines Geld bekommt. Heute Mittag hatten wir beispielsweisen je zwei Quessadillas und einem Liter Agua fresca für insgsamt 3 Euro!! 😉

Heute Nacht geht es weiter nach San Cristobal de las Casas, wieder in die Kälte, 11 Stunden Nachtbus! Yeah!

Bis bald!

P.S einige Videos und Fotos fehlen noch, werden aber in den nächsten Tagen nachgereicht! 😉