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Über Panama City nach Deutschland

Ich habe wirklich eine Weile überlegt, wie wohl unser vorerst letzter Beitrag betitelt werden sollte. „Abschluss“, „ein paar letzte Zeilen“, „Zurück in der Heimat“. Aber letztendlich kann nichts davon unsere letzten Wochen zusammenzufassen.

Am ehesten wäre es wohl „Zurück in die Heimat“ geworden, jedoch fühlte es sich schon nach den ersten Tagen in Deutschland nicht wirklich so an. Eigentlich ist es nur ein weiterer Stopp auf unserer Reise, die vermutlich in Schweden ihr Ende findet, wenn wir wieder ein richtiges zu Hause haben. Zur Zeit leben wir nämlich immer noch aus dem Rucksack und haben in den letzten zwei Wochen in Deutschland viele liebe Menschen wieder gesehen. Das haben wir sehr genossen, weil es so schön ist vertraute Menschen um sich herum zu haben.

Aber ein wichtiger Grund für diesen Beitrag ist, dass wir euch noch gar nicht von unseren letzten Tagen in Panama erzählt haben! Also:

Panama City

Im Vorfeld haben wir viel über Panama City gehört und vielen hat es insgesamt nicht gut gefallen. Wir waren jedoch sofort begeistert! Es ist  eine Stadt voller Gegensätze und ganz anders, als die anderen zentralamerikanischen Städte, die wir bisher besucht haben.

Auf der einen Seite das Bankenviertel mit riesen großen Wolkenkratzern und auf der anderen Seite die wunderschöne Altstadt im Kolonialstil mit kleinen Shops und Brauereien. 😉 Zwischen diesen beiden Stadtteilen erstreckt sich eine kilomterlange Promenade, die für ausgiebige Spaziergänge und Ausdauersport genutzt wird. Aber das ist nicht alles, denn abseits dieser beiden Stadtteile gibt es immer noch den typischen zentralamerikanischen Flair mit lauter Musik aus den Geschäften, günstigem Streetfood und dem allgemeinem etwas heruntergekommenem Erscheinungsbild.

Insgesamt also eine wunderbare Mischung aus Allem. Wir haben insgesamt vier Nächte dort verbracht. Die erste Nacht in einem großen Hostel mit Mehrbettzimmern und wirklich grausigen Pancakes zum Frühstück  (wir kannten ja jetzt die Guten :D) Nach einer Nacht haben wir uns dann überlegt, uns für die letzten Tage noch einmal was zu gönnen. Also haben wir ein tolles Hotel, mit Klimaanlage, Frühstücksbuffet und riesem Bett gebucht. Es war wie im Himmel! Das Hotel war jedoch ziemlich günstig, weil es eher in einer etwas schäbigerem Gegend lag. Das war für uns ganz recht, denn hier erleben wir meistens die besten Abendteuer. Zum Beispiel als beim Einkaufen auf einmal im ganzen Supermarkt der Strom ausfällt und wir für eine gefühlte Ewigkeit in einem stockdunkelen Supermarkt steht und die Hand vor seinen Augen nicht erkennen kann, oder als wir an einem kleinen Straßenstand interessantes Essen bei einer älteren Damen gefunden haben und uns genau erklärt wurde, wie man es am Besten zubereitet und uns sogar der passende Käse im Supermarkt nebenan gezeigt wurde. 😀

Links die Skyline, rechts der Fischmarkt

Auf dem Fischmark

Natürlich mussten wir auch den Fischmarkt besuchen, denn wir dachten, hier gäbe es guten, frischen Fisch für wenig Geld. Das mit dem gut und frisch stimmte, nur teuer war’s. Aber es war eine wahnsinnig gute Stimmung. Viele einheimische Familien auf einem riesen Fläche, die gemeinsam auf Plastikstühlen richtig gutes Essen genießen.

Wir haben uns für Garnelen in Knoblauchsoße und Patacones (fritierte Kochbananenscheiben) entschieden und als Vorspeise gab es sogar noch eine Meeresfrüchtesuppe auf’s Haus! 🙂 Wie erwartet war es natürlich richtig, richtig lecker.

Der Panama Kanal

Unter anderem haben wir natürlich auch den Panamakanal besucht. Aber irgendwie haben wir uns das spektakulärer vorgestellt. Jedoch ist die Tatsache, dass riesen Schiffe einmal quer durch Panama fahren können, schon eine verrückte Vorstellung. Dabei kostet diese 80 Kilometer lange Fahrt für ein Schiff zwischen 300.000 und 500.000 Dollar.

Wir waren an den Miraflores Locks, eine von 3 Schleusen in Panama.

Unser letzter Abend!

Der letzte Abend war wunderschön, denn den wohl spektakulärsten Blick in Panama City hat man abends auf die Skyline.

Nun verabschieden wir uns erstmal von euch und wir danken euch nochmals sehr, dass ihr uns auf unserer Reise begleitet habt!

Zurück in Deutschland

 

Ein Zuhause am anderen Ende der Welt

Nach langer Zeit wieder ein Lebenszeichen! 🙂

Wir sind gestern mit dem Bus in Panama City angekommen und haben euch mal wieder was zu erzählen!

Tatsächlich haben wir die letzten 5 Wochen in Boquete bei Greg in seinem Hostel verbracht.  Es wurde zu so einem gemütlichen Zuhause, das wir einfach nicht verlassen wollten. Zum Einen, weil Greg die Hilfe brauchte und zum Anderen, weil uns das Zusammenleben mit den Gästen und anderen Freiwilligen einfach Spaß gemacht hat. Wir waren Wandern, haben einen Ausflug zu heißen Quellen gemacht und haben hin und wieder auch gearbeitet. 😉

Vulkan Nr. 3 – Barú

Vor etwa 2 Wochen haben wir unsere dritten Vulkan bestiegen, den Barú! 3475 Meter hoch und somit höchster Punkt in Panama. Ich hatte wahnsinnigen Respekt davor, weil die Wanderung nachts um 12 Uhr losgehen sollte und insgesamt 30km dabei absolviert werden würden. Aber die Neugierde war einfach größer, denn von oben sollte man einen fantastischen Sonnenaufgang sehen können und mit ganz viel Glück beide Ozeane – Pazifik und Atlantik! Die Entscheidung war deshalb schnell getroffen und wir haben uns ein Taxi für Mitternacht bestellt, haben uns Brote geschmiert, Nüsse und Kekse gekauft und ordentlich Wasser eingepackt. Dann haben wir versucht etwas vorzuschlafen, aber wie ihr euch vorstellen könnt, war das kaum möglich. Um Punkt 0 Uhr war der Fahrer da und nach einer halbstündigen Fahrt sind Christian und ich mit unserer Kopflampe angefangen zu wandern. Ich kann euch sagen, es fühlt sich richtig komisch an, nur mit seiner kleinen Kopflampe, einen völlig fremden Weg zu folgen. Um 5:30 Uhr, nach ca. 15km nur Anstieg hatten wir unser Ziel erreicht:

Es war ein unbeschreibliches Gefühl dort oben. Endlich ein Vulkan mit Ausblick! Es war so bitterkalt dort oben, dass wir den Ausblick nicht lange genießen konnten und uns realtiv zügig wieder auf den Rückweg gemacht haben. Natürlich habe ich mir von dort oben noch eine Erkältung mitgenommen…. und in den nächsten Tagen hieß es von Greg dann immer, wenn neue Gäste kamen: „This is my Volunteer Christin, she is sick, be nice to her“ 😀

Die große Flut

Einige Tage später stand früh morgens plötzlich ein Gast vor unserem Bett und erzählte uns, dass das ganze Hostel unter Wasser stünde… Da wir beide völlig aus dem Schlaf gerissen wurden, haben wir natürlich nicht verstanden was los war. Als wir die Füße auf dem Boden setzten, standen wir in einem See. Oben im Badezimmer war ein Schlauch geplatzt. Deshalb stand fast auch der ganze obere Bereich, inklusive Küche und der Keller unter Wasser.

All unsere Sachen, inklusive Rucksack, sind dabei nass geworden und riechen jetzt ganz wunderbar muffig. 😀 Mit vereinten Kräften haben wir es dann jedoch wieder ziemlich schnell trocken bekommen.

Geburtstagsfeierei 🙂

Es kommt immer anders als geplant- das sei mal vorweg gesagt.

EIgentlich war unserer Plan meinen Geburtstag an einem kleinen Strandörtchen, weit abseits der Zivilisation zu verbringen. Da Christian jedoch in einem Bewerbungsverfahren steckte und eine gute Internetverbindung benötigte, haben wir uns entschieden noch weitere zwei Tage in Boquete zu bleiben. Nichtsdestotrotz hatte ich einen wirklich schönen Geburtstag!

Zuerst waren Kim (eine weitere Freiwillige), Christian und ich gemeinsam frühstücken und nach einigen Geburtstagstelefonaten sind wir dann gemeinsam mit Hostelgästen in die Brauerei gegangen. 🙂

 

Es geht weiter!

Auch wenn wir eigentlich nicht aus Boquete weg wollten, war es langsam wirklich an der Zeit für uns. Nur noch eine Woche bis zum Abflug! Irgendwie kommt es dann doch immer schneller als man denkt, oder? „Was sind schon 6 Monate?“, fragen wir uns jetzt.

Der Abschied von Greg, Kim und den Hunden (die Katze und ich wurden keine Freunde!) war wirklich nicht einfach, da ein Wiedersehen sehr sehr schwer wird.

Aber der ursprüngliche Plan mit Strand, Sonne und ohne Zivilisation sollte jetzt umgesetzt werden. Christian hatte mittlerweile seine Bewerbungen erledigt und somit ging es am Donnerstag wirklich weiter! Santa Catalina hieß unsere nächste Destination. 7 Stunden Busfahren und irgendwie hatten wir vergessen, wie anstrengend das sein kann, denn 7 Stunden Busfahren bedeutet auch 7 Stunden ununterbrochene Beschallung durch Musik in einer nur schwer tolerierbaren Lautstärke. War das immer so? Irgendwie hatten wir es anders in Erinnerung oder waren einfach nur verweichlicht von unserem ruhigen Leben in Boquete. WIe auch immer kamen wir irgendwann in unserem Hostel an und waren froh diesen Trip auf uns genommen zu haben. Es war einfach genau das was wir gerade wollten. Sonne, Strand und nicht so viele Touristen. Dort haben wir zwei Nächte verbracht, bevor wir uns auf die nächste 6 stündige, ähnlich laute, Fahrt nach Panama City gemacht haben.

Was wir nun in Panama City erleben, erzählen wir euch beim nächsten und vermutlich letzten Mal!

Bis bald!

(in zwei Tagen geht der Rückflug..verrückt)

 

Oh, wie schön ist Panama!

Erstmal vielen, vielen Dank für die lieben Kommentare! 🙂

Wir haben tatsächlich unser neuntes und somit letztes Land auf unserer Reise erreicht. Ein tolles, aber auch schreckliches Gefühl. Toll, weil wir schon so viel erleben durften und wahnsinnig faszinierende Länder und Kulturen kennenlernen durften, aber schrecklich, weil es tatsächlich in weniger als einem Monat erstmal vorbei ist. (Es wird natürlich definitv nicht die letzte Reise bleiben)

Auf den ersten Blick unterscheidet sich Panama nicht sehr von Costa Rica. Auch hier gibt es wunderschöne und vielfältige Natur. Das Straßenbild ist ähnlich und auch hier ist die Armut nicht auf den ersten Blick sichtbar, aber wenn man bedenkt, dass durschnittliche Einkommen eines panamaischen Bürgers bei ca. 1000 Dollar liegt und bei Deutschen in etwa bei 3600 Dollar ist das schon ganz ordentlich, denn Lebensmittel kosten in etwa das gleiche wie in Deutschland und Hygieneartikel können sogar noch teurer sein.

Grenzübergang Costa Rica – Panama und die Bananendörfer

Also über die Grenze nach Panama… Ich kann nur sagen, die Grenzübergänge werden nicht besser. Alles war wahnsinnig unorganisiert. Beim Währungswechsel haben wir 6 Dollar minus gemacht.  Wir waren wirklich genervt, denn sofort wollte man uns wieder in einen überteuerten Shuttlebus setzen und wir haben verzweifelt nach lokalen Bussen gesucht – nur einfach keine gefunden. Wir sollten zunächst für eine Stunde fahrt 15 Dollar bezahlen. Mit einem lokalen Bus hätten wir in etwa 4 bezahlt. Wir haben gesagt, dass wir keine 15 Dollar dafür haben und lieber den ganzen Tag hier sitzen und warten bis ein richtiger Bus kommt. Danach sagte er, wir könnten für 5 Dollar mitfahren, dürften das den anderen Mitfahrern aber nicht erzählen. Nunja, so läuft das Geschäft, moralisch irgendwie nicht ganz richtig, aber uns war es erstmal egal.

Die beiden Grenzorte  Sixaola (Costa Rica) und Changuinola (Panama) sind übrigens richtige Bananenstädte. Hier kommt ein großer Teil der Chiquitabananen her. Überall standen Chiquitacontainer, LKW’s und Züge und man fährt an ewig vielen Bananenplantagen vorbei. Wir haben gehört, dass es Changuinola ohne Chiquita gar nicht geben würde, da der Ort nur entstanden ist, um die ganzen Mitarbeiter zu beherbergen. Wieviel Wahrheit darin steckt, kann ich leider nicht sagen. Vorzustellen wäre es aber.

Noch in Deutschland haben wir so viel über Bocas del Toro gehört. „Ein MUSS für jeden Reisenden!„, „wunderschöne Strände“, „Toller Ort zum entspannen!“ usw....

Wir hatten also ein allgemeines Bild und wussten, dass wir definitiv dahin muss.

Bocas del Toro ist eigentlich eine Provinz, jedoch wird hier im Allgemeinen von einer Inselgruppe gesprochen. Wir sind also mit dem Boot zur größten Insel rübergefahren und waren etwas verwirrt. Im Gegensatz zu den anderen Inseln, die wir bisher besucht haben, war es eher ok. Die Gebäude sahen etwas heruntergekommen aus, man wurde direkt überfallen mit touristischen Angeboten und viele junge partywütige Menschen kamen uns entgegen. Auch fuhren auf der Insel Autos und insgesamt wirkte es einfach komisch. Der ausschlaggebende Punkt war vermutlich, dass wir zu Hohe Erwartungen hatten. Nichtsdestotrotz hatten wir eine wirklich schöne Unterkunft und das Wetter war traumhaft.

Da die Hauptinsel ziemlich groß ist, haben wir uns überlegt ein Fahrrad zu mieten und auf Erkundungstour zu gehen. Das war wirklich wunderschön, denn wir haben einen Strandabschnitt ganz für uns allein gefunden.

Ingesamt hat uns die Insel gut gefallen, wir verstehen nur nicht warum sie so sehr gefeiert wird überall.

Boquete – Arbeiten im Hostel

Nach ein paar schönen Tagen dort sind wir weiter gezogen nach Boquete, der Ort des ewigen Frühlings. Hier arbeiten wir nun für noch unbestimmte Zeit in einem Hostel. Boquete liegt in den Bergen, am Rande des Vulkan Barú, der noch auf unserer „Erklimmungsliste“ steht. 😉  Hier gibt es wunderschöne Wanderwege und frühlingshaftes Klima, sprich Sonne, Regen, Sonne, Regen und um die 25 Grad. Ein Paradies für alte Leute, was? Ja genau, dass haben sich nämlich auf viele viele pensionierte US-Amerikaner gedacht und genießen hier ihren Ruhestand. Ein verwirrendes Bild. Wir haben einige dieser Menschen kennenlernen dürfen und auch einige Sichtweisen auf ihr Leben hier. Eine Frau hat uns erzählt, dass sie seit 6 Jahren hier mit ihrem Mann lebt und kein Wort Spanisch spricht. Sie unterstützt das indigene Volk finanziel, (es gibt eine Organisation, gegründet von den überwiegend US-amerikanischen Einwandern in Boquete, die die indigene Bevölkerung unterstützt), sie möchte jedoch nichts mit den Menschen persönlich zu tun haben, da sie die nicht mag. Wir waren geschockt über diese Aussage und haben uns für sie geschämt. Aber ja, auch sowas gibt es.

Zum Glück liegt das Hostel ein Stückchen abseits von Boquete, sodass wir uns das Elend nicht jeden Tag angucken müssen. Unser Hostel hier ist ein kleines Paradies. Greg, der Besitzer, hat uns herzlich empfangen und uns unser neues zu Hause für die nächsten Wochen gezeigt. Ein Haus strahlt absolute Gemütlichkeit aus und wir haben unseren Platz hier schnell gefunden. Wir bereiten das Frühstück vor, beziehen Betten, bespaßen die Gäste mit Filmabenden oder sogenannten Familydinnern, an denen wir alle gemeinsam Essen.

Außer uns arbeitet noch Michelle hier, sie kommt aus den US und war noch bis vor kurzem mit ihrem Freund von Alaska nach Argentinien in einem Van unterwegs. In Panama hat sich ihr Freund von ihr getrennt und somit sitzt sie jetzt hier mit uns und überlegt, was sie jetzt mit ihrem Leben anfängt.

Oft gehen wir auch zusammen wandern und genießen die Natur.

Das war ein Überblick über unsere letzten drei Wochen und Janosch hat recht:Oh , wie schön ist Panama! 🙂

Bis bald!