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Ein Zuhause am anderen Ende der Welt

Nach langer Zeit wieder ein Lebenszeichen! 🙂

Wir sind gestern mit dem Bus in Panama City angekommen und haben euch mal wieder was zu erzählen!

Tatsächlich haben wir die letzten 5 Wochen in Boquete bei Greg in seinem Hostel verbracht.  Es wurde zu so einem gemütlichen Zuhause, das wir einfach nicht verlassen wollten. Zum Einen, weil Greg die Hilfe brauchte und zum Anderen, weil uns das Zusammenleben mit den Gästen und anderen Freiwilligen einfach Spaß gemacht hat. Wir waren Wandern, haben einen Ausflug zu heißen Quellen gemacht und haben hin und wieder auch gearbeitet. 😉

Vulkan Nr. 3 – Barú

Vor etwa 2 Wochen haben wir unsere dritten Vulkan bestiegen, den Barú! 3475 Meter hoch und somit höchster Punkt in Panama. Ich hatte wahnsinnigen Respekt davor, weil die Wanderung nachts um 12 Uhr losgehen sollte und insgesamt 30km dabei absolviert werden würden. Aber die Neugierde war einfach größer, denn von oben sollte man einen fantastischen Sonnenaufgang sehen können und mit ganz viel Glück beide Ozeane – Pazifik und Atlantik! Die Entscheidung war deshalb schnell getroffen und wir haben uns ein Taxi für Mitternacht bestellt, haben uns Brote geschmiert, Nüsse und Kekse gekauft und ordentlich Wasser eingepackt. Dann haben wir versucht etwas vorzuschlafen, aber wie ihr euch vorstellen könnt, war das kaum möglich. Um Punkt 0 Uhr war der Fahrer da und nach einer halbstündigen Fahrt sind Christian und ich mit unserer Kopflampe angefangen zu wandern. Ich kann euch sagen, es fühlt sich richtig komisch an, nur mit seiner kleinen Kopflampe, einen völlig fremden Weg zu folgen. Um 5:30 Uhr, nach ca. 15km nur Anstieg hatten wir unser Ziel erreicht:

Es war ein unbeschreibliches Gefühl dort oben. Endlich ein Vulkan mit Ausblick! Es war so bitterkalt dort oben, dass wir den Ausblick nicht lange genießen konnten und uns realtiv zügig wieder auf den Rückweg gemacht haben. Natürlich habe ich mir von dort oben noch eine Erkältung mitgenommen…. und in den nächsten Tagen hieß es von Greg dann immer, wenn neue Gäste kamen: „This is my Volunteer Christin, she is sick, be nice to her“ 😀

Die große Flut

Einige Tage später stand früh morgens plötzlich ein Gast vor unserem Bett und erzählte uns, dass das ganze Hostel unter Wasser stünde… Da wir beide völlig aus dem Schlaf gerissen wurden, haben wir natürlich nicht verstanden was los war. Als wir die Füße auf dem Boden setzten, standen wir in einem See. Oben im Badezimmer war ein Schlauch geplatzt. Deshalb stand fast auch der ganze obere Bereich, inklusive Küche und der Keller unter Wasser.

All unsere Sachen, inklusive Rucksack, sind dabei nass geworden und riechen jetzt ganz wunderbar muffig. 😀 Mit vereinten Kräften haben wir es dann jedoch wieder ziemlich schnell trocken bekommen.

Geburtstagsfeierei 🙂

Es kommt immer anders als geplant- das sei mal vorweg gesagt.

EIgentlich war unserer Plan meinen Geburtstag an einem kleinen Strandörtchen, weit abseits der Zivilisation zu verbringen. Da Christian jedoch in einem Bewerbungsverfahren steckte und eine gute Internetverbindung benötigte, haben wir uns entschieden noch weitere zwei Tage in Boquete zu bleiben. Nichtsdestotrotz hatte ich einen wirklich schönen Geburtstag!

Zuerst waren Kim (eine weitere Freiwillige), Christian und ich gemeinsam frühstücken und nach einigen Geburtstagstelefonaten sind wir dann gemeinsam mit Hostelgästen in die Brauerei gegangen. 🙂

 

Es geht weiter!

Auch wenn wir eigentlich nicht aus Boquete weg wollten, war es langsam wirklich an der Zeit für uns. Nur noch eine Woche bis zum Abflug! Irgendwie kommt es dann doch immer schneller als man denkt, oder? „Was sind schon 6 Monate?“, fragen wir uns jetzt.

Der Abschied von Greg, Kim und den Hunden (die Katze und ich wurden keine Freunde!) war wirklich nicht einfach, da ein Wiedersehen sehr sehr schwer wird.

Aber der ursprüngliche Plan mit Strand, Sonne und ohne Zivilisation sollte jetzt umgesetzt werden. Christian hatte mittlerweile seine Bewerbungen erledigt und somit ging es am Donnerstag wirklich weiter! Santa Catalina hieß unsere nächste Destination. 7 Stunden Busfahren und irgendwie hatten wir vergessen, wie anstrengend das sein kann, denn 7 Stunden Busfahren bedeutet auch 7 Stunden ununterbrochene Beschallung durch Musik in einer nur schwer tolerierbaren Lautstärke. War das immer so? Irgendwie hatten wir es anders in Erinnerung oder waren einfach nur verweichlicht von unserem ruhigen Leben in Boquete. WIe auch immer kamen wir irgendwann in unserem Hostel an und waren froh diesen Trip auf uns genommen zu haben. Es war einfach genau das was wir gerade wollten. Sonne, Strand und nicht so viele Touristen. Dort haben wir zwei Nächte verbracht, bevor wir uns auf die nächste 6 stündige, ähnlich laute, Fahrt nach Panama City gemacht haben.

Was wir nun in Panama City erleben, erzählen wir euch beim nächsten und vermutlich letzten Mal!

Bis bald!

(in zwei Tagen geht der Rückflug..verrückt)

 

Oh, wie schön ist Panama!

Erstmal vielen, vielen Dank für die lieben Kommentare! 🙂

Wir haben tatsächlich unser neuntes und somit letztes Land auf unserer Reise erreicht. Ein tolles, aber auch schreckliches Gefühl. Toll, weil wir schon so viel erleben durften und wahnsinnig faszinierende Länder und Kulturen kennenlernen durften, aber schrecklich, weil es tatsächlich in weniger als einem Monat erstmal vorbei ist. (Es wird natürlich definitv nicht die letzte Reise bleiben)

Auf den ersten Blick unterscheidet sich Panama nicht sehr von Costa Rica. Auch hier gibt es wunderschöne und vielfältige Natur. Das Straßenbild ist ähnlich und auch hier ist die Armut nicht auf den ersten Blick sichtbar, aber wenn man bedenkt, dass durschnittliche Einkommen eines panamaischen Bürgers bei ca. 1000 Dollar liegt und bei Deutschen in etwa bei 3600 Dollar ist das schon ganz ordentlich, denn Lebensmittel kosten in etwa das gleiche wie in Deutschland und Hygieneartikel können sogar noch teurer sein.

Grenzübergang Costa Rica – Panama und die Bananendörfer

Also über die Grenze nach Panama… Ich kann nur sagen, die Grenzübergänge werden nicht besser. Alles war wahnsinnig unorganisiert. Beim Währungswechsel haben wir 6 Dollar minus gemacht.  Wir waren wirklich genervt, denn sofort wollte man uns wieder in einen überteuerten Shuttlebus setzen und wir haben verzweifelt nach lokalen Bussen gesucht – nur einfach keine gefunden. Wir sollten zunächst für eine Stunde fahrt 15 Dollar bezahlen. Mit einem lokalen Bus hätten wir in etwa 4 bezahlt. Wir haben gesagt, dass wir keine 15 Dollar dafür haben und lieber den ganzen Tag hier sitzen und warten bis ein richtiger Bus kommt. Danach sagte er, wir könnten für 5 Dollar mitfahren, dürften das den anderen Mitfahrern aber nicht erzählen. Nunja, so läuft das Geschäft, moralisch irgendwie nicht ganz richtig, aber uns war es erstmal egal.

Die beiden Grenzorte  Sixaola (Costa Rica) und Changuinola (Panama) sind übrigens richtige Bananenstädte. Hier kommt ein großer Teil der Chiquitabananen her. Überall standen Chiquitacontainer, LKW’s und Züge und man fährt an ewig vielen Bananenplantagen vorbei. Wir haben gehört, dass es Changuinola ohne Chiquita gar nicht geben würde, da der Ort nur entstanden ist, um die ganzen Mitarbeiter zu beherbergen. Wieviel Wahrheit darin steckt, kann ich leider nicht sagen. Vorzustellen wäre es aber.

Noch in Deutschland haben wir so viel über Bocas del Toro gehört. „Ein MUSS für jeden Reisenden!„, „wunderschöne Strände“, „Toller Ort zum entspannen!“ usw....

Wir hatten also ein allgemeines Bild und wussten, dass wir definitiv dahin muss.

Bocas del Toro ist eigentlich eine Provinz, jedoch wird hier im Allgemeinen von einer Inselgruppe gesprochen. Wir sind also mit dem Boot zur größten Insel rübergefahren und waren etwas verwirrt. Im Gegensatz zu den anderen Inseln, die wir bisher besucht haben, war es eher ok. Die Gebäude sahen etwas heruntergekommen aus, man wurde direkt überfallen mit touristischen Angeboten und viele junge partywütige Menschen kamen uns entgegen. Auch fuhren auf der Insel Autos und insgesamt wirkte es einfach komisch. Der ausschlaggebende Punkt war vermutlich, dass wir zu Hohe Erwartungen hatten. Nichtsdestotrotz hatten wir eine wirklich schöne Unterkunft und das Wetter war traumhaft.

Da die Hauptinsel ziemlich groß ist, haben wir uns überlegt ein Fahrrad zu mieten und auf Erkundungstour zu gehen. Das war wirklich wunderschön, denn wir haben einen Strandabschnitt ganz für uns allein gefunden.

Ingesamt hat uns die Insel gut gefallen, wir verstehen nur nicht warum sie so sehr gefeiert wird überall.

Boquete – Arbeiten im Hostel

Nach ein paar schönen Tagen dort sind wir weiter gezogen nach Boquete, der Ort des ewigen Frühlings. Hier arbeiten wir nun für noch unbestimmte Zeit in einem Hostel. Boquete liegt in den Bergen, am Rande des Vulkan Barú, der noch auf unserer „Erklimmungsliste“ steht. 😉  Hier gibt es wunderschöne Wanderwege und frühlingshaftes Klima, sprich Sonne, Regen, Sonne, Regen und um die 25 Grad. Ein Paradies für alte Leute, was? Ja genau, dass haben sich nämlich auf viele viele pensionierte US-Amerikaner gedacht und genießen hier ihren Ruhestand. Ein verwirrendes Bild. Wir haben einige dieser Menschen kennenlernen dürfen und auch einige Sichtweisen auf ihr Leben hier. Eine Frau hat uns erzählt, dass sie seit 6 Jahren hier mit ihrem Mann lebt und kein Wort Spanisch spricht. Sie unterstützt das indigene Volk finanziel, (es gibt eine Organisation, gegründet von den überwiegend US-amerikanischen Einwandern in Boquete, die die indigene Bevölkerung unterstützt), sie möchte jedoch nichts mit den Menschen persönlich zu tun haben, da sie die nicht mag. Wir waren geschockt über diese Aussage und haben uns für sie geschämt. Aber ja, auch sowas gibt es.

Zum Glück liegt das Hostel ein Stückchen abseits von Boquete, sodass wir uns das Elend nicht jeden Tag angucken müssen. Unser Hostel hier ist ein kleines Paradies. Greg, der Besitzer, hat uns herzlich empfangen und uns unser neues zu Hause für die nächsten Wochen gezeigt. Ein Haus strahlt absolute Gemütlichkeit aus und wir haben unseren Platz hier schnell gefunden. Wir bereiten das Frühstück vor, beziehen Betten, bespaßen die Gäste mit Filmabenden oder sogenannten Familydinnern, an denen wir alle gemeinsam Essen.

Außer uns arbeitet noch Michelle hier, sie kommt aus den US und war noch bis vor kurzem mit ihrem Freund von Alaska nach Argentinien in einem Van unterwegs. In Panama hat sich ihr Freund von ihr getrennt und somit sitzt sie jetzt hier mit uns und überlegt, was sie jetzt mit ihrem Leben anfängt.

Oft gehen wir auch zusammen wandern und genießen die Natur.

Das war ein Überblick über unsere letzten drei Wochen und Janosch hat recht:Oh , wie schön ist Panama! 🙂

Bis bald!