Kuba – eine Zeitreise

  • Es folgt ein sehr langer Bericht über unsere Reise nach Kuba – leider konnten wir es nicht kürzer Fassen. Aber es gibt auch Bilder 😉

Die Ankunft auf Kuba

Oft ist es doch so, man kommt an einen Flughafen und erreicht einen Ort der Neutralität. An vielen Flughäfen sieht es erstmal relativ identisch aus und auch die Standards sind ähnlich, nicht auf Kuba.

Angekommen auf dem Hauptstadtflughafen „Jose Marti“ sah dieser Standard plötzlich anders aus. Dunkle Korridore, wenig Farbe, viele Brauntöne und eher in die ehemalige DDR passend. Trotz vieler anderer Touristen fühlten wir uns irgendwie unwohl. Wir mussten einige Kontrollen durchlaufen, die im Endeffekt jedoch nicht so streng waren, wie es zunächst aussah.

Der erste Blick nach draußen war verrückt! Plötzlich gab es das totale Kontrastprogramm zu den tristen Bauten. Überall bunte amerikanische Autos aus den 50er Jahren. So richtige Ami-Schlitten. Neben den amerikanischen Autos, die überwiegend als Sammeltaxis dienen, gibt es auch noch viele alte russische Autos der Marke Lada und kleine gelbe Taxikugeln für kürzere Strecken. 😀

Ganz viele Fragezeichen

Die erste richtig große Herausforderung für uns war die Währung. Es gibt nicht eine Währung sondern gleich zwei. Die eine ist dem Dollar gleich und wird auch als „Touristenwährung“ angesehen. Das bedeutet, dass man als Tourist beim Geldautomaten auch nur diese Währung (CUC) bekommt. Dann gibt es aber noch die zweite Währung. Kubaner nennen sie Moneda national (CUP). Ein CUC sind dabei 25 CUP (1CUP = 0,04€) Verwirrt? Ja, wir auch!!! Vor allem weil nicht immer deutlich wird, welcher Preis gerade im Restaurant oder in Straßencafes angezeigt wird. Was wir aber bereits am ersten Tag herausgefunden haben war, dass es deutlich besser für uns wäre auch CUP zu besitzen. Denn im Prinzip läuft es so, dass Kubaner in beiden Währungen bezahlen. Jedoch CUP für Lebensmittel oder eben kleinere Dinge und CUC für Luxusgüter, aber auch z.B. Benzin genutzt wird. Wenn wir uns also eine Kugel Eis (1 CUP) kaufen wollte, sollten wir plötzlich 1 CUC bezahlen, was maßlos überteuert war. Wir waren uns also sicher, dass wir CUP brauchen und sind dann zu einer Bank gegangen um das Geld zu wechseln. Letztendlich habe ich dort 3 Stunden meines Lebens verbracht um zu warten, denn auch das ist in Kuba normal. Es gibt Warteschlangen vor fast allem, was irgendwie wichtig ist, selbst für Brot.

Die zweite große Herausforderung war das Finden von Wasser. So ganz verstanden haben wir das System immer noch nicht, aber es scheint so zu sein, dass man je nach Art des Lebensmittels in unterschiedliche Läden muss. Das heißt es gibt Läden für Nudeln, Öl, Ketchup und co. , dann für Seife und Waschmittel, für Süßigkeiten und Cornflakes und eben auch Getränkemärkte. Man beachte: Rum gab es überall! 😀 Es ist eigentliche genau das andere Extrem zu einem deutschen Supermarkt, in dem man häufig von der Vielfalt der Produkte nahezu erschlagen wird. Hier in Kuba gibt es in den Supermärkten sehr wenig Auswahl an Produkten.

Unterkünfte

Da es zwar Hotels, aber keine kostengünstigere Variante, wie z.B. Hostels  gibt, wird man als normaler Tourist in Familien untergebracht (Casas particulares). Diese sind von der Regierung registriert und dürfen ihre Zimmer vermieten. Wir haben unser erstes in Zimmer über das Portal AirBnb in Havanna gebucht. Dabei war es schon so, dass wir angeben mussten, warum wir nach Kuba reisen. Unsere Familie hat uns sehr herzlich mit einem frischen Smoothie in ihrem Wohnzimmer empfangen. Das Zimmer war, wie auch in allen anderen Unterkünften makellos und mit eigenem Bad! Die Einrichtung des Hauses wirkte stilistisch ziemlich alt, aber in einen sehr guten Zustand. Diese Einrichtungen fanden wir eigentlich in allen Unterkünften, während unserer Reise und auch einen Begrüßungssmoothie gab es überall. 😀 Zusätzlich zur Unterkunft konnten wir auch das Frühstück und das Abendessen dazu buchen. Was tatsächlich für uns unheimlich teuer war. Frühstück (4 Euro) und Abendessen (7 Euro) pro Person, dafür war es jedoch authentisch kubanisches Essen, in riesen Portionen und sehr, sehr lecker.

Insgesamt war Kuba für uns ein sehr teures Land, jedoch gibt es einzelne, wenige Dinge für unglaublich wenig Geld, wie z.B Eis, Rum, Zigaretten und Brot.

Die Hautpstadt – La Habana (Havanna)

Eigentlich waren wir selbst Schuld, dass wir diese neue Welt nicht verstanden haben. Unsere Vorbereitung für die Reise nach Kuba waren auch nicht so sehr groß. (In Mexiko gab es ja noch so viel zu tun :D) Um uns einen Überblick zu verschaffen und die Geschichte Kubas zu verstehen, sind wir in das Revolutionsmuseum gegangen und waren ehrlich gesagt ziemlich geschockt. Wir müssten zu weit ausholen um alles näher zu erleutern und der Beitrag wird vermutlich eh schon der längste seit Beginn unserer Reise. 😀 Jedoch ist die Rivalität zu den USA in dem Museum deutlicher geworden, als wir sie auf der Straße wahrgenommen haben. Bei einem Cuba Libre in einer Bar sind wir dann noch mit einem Kubaner in Kontakt gekommen und auch er sagte, dass das Leben auf Kuba seit der Revolution nicht unbedingt besser geworden ist. Trotzdem werden Fidel Castro und Che Guevarra hier immer noch richtig gefeiert.

Nationalpark Vinales

Nach zwei Nächten in dem historischen Havanna sind wir mit deinem Sammeltaxi in den Nationalpark Vinales gefahren und haben auf dem Weg an einer Tabakplantage Halt gemacht. Hier gab es für jeden eine Zigarre und Kaffee umsonst und auch eine kleine Unterrichtsstunde im Tabakanbau. Auf der Strecke sahen wir viele Kutschen und Ochsenkarren, die scheinbar auch irgendeine Berechtigung auf der Autobahn hatten. 😀

In Vinales angekommen, gab es wie immer zunächst einen Smoothie aufs Haus. Unsere Unterkunft war etwas außerhalb des Zentrums und deshalb auch eher ruhiger gelegen, was uns doch ganz entgegen kam. Am nächsten Morgen sind wir nach ausführlichem Frühstück auf eigene Faust losgelaufen um den Nationalpark zu erkunden und zu sehen gab es ziemlich viel. Von Geiern die über uns kreisten, über Tabakernte und die Trockenhäuser in denen die Tabakblätter hingen, bis hin zu einer Höhle in die wir zusammen mit einem Guide gute 200m bei totaler Finsternis erkundet haben.

Städtetouren

Unser nächster Stopp war Cienfuegos. Diese Stadt liegt an der Südküste von Kuba und das Zentrum der Stadt besteht größtenteils noch aus Häusern die in der Kolonialzeit erbaut wurden. Viel mehr gibt es darüber leider nicht zu berichten und uns wurde immer mehr bewusst wie sehr uns Mexiko jetzt schon fehlt.

Am nächsten Tag sind wir dann noch weiter Richtung Süden in das Städtchen Trinidad gefahren. Hier sind wir über den Markt geschlendert und durch die kleinen Gassen gelaufen. Es gab viele Kunstateliers und Galerien zu bestaunen und den Kunsthandwerkermakt an dem traditionelle Kleidung, sowie Holzarbeiten, etc. angeboten werden. Als Fortbewegungsmittel dominierten die  Pferdekutschen mit Glöckchen. Das gibt ein schönes und vor allem sehr altes Bild und man war in dem Moment ganz und gar nicht mehr im Jahr 2018. Wir hatten dann noch die Möglichkeit auf einen Berg zu steigen und von dort auf das ganze Städtchen, inklusive dem angrenzenden Meer zu blicken.

Rückblick nach 4 Tagen

Trotz aller schöner und kurioser Erlebnisse fühlten wir uns einfach nicht wohl und waren tatsächlich froh, als wir von Trinidad zurück nach Havanna gefahren sind.

Insgesamt waren die Menschen hier, mit einigen Außnahmen, hilfsbereit und freundlich, jedoch trotzdem sehr verschlossen. Es gab für uns eine keine Chance das richtige Kuba kennen zu lernen und hinter die Fassade zu blicken. Man lebte in der Parallelwelt, was wir zunächst auf unsere kurzen Aufenthalt zurückgeführt haben. Nach Gesprächen mit anderen Reisenden haben wir aber herausgefunden, dass es auch bei längeren Aufenthalten scheinbar kaum anders möglich ist. Man bleibt Tourist mit Geld und nur selten einfach Mensch.

2 Gedanken zu „Kuba – eine Zeitreise

    1. Anki Beitragsautor

      Es ist so einfacher für uns alle Sachen zu speichern, zu ordnen und natürlich auch zu verarbeiten. Ich glaube sonst hätten wir irgendwann den Kopf voller Erlebnisse und wüssten teilweise gar nicht wo wir was erlebt haben. Aber es ist eben auch echt ein Aufwand und gerade deshalb freuen wir uns sehr, dass uns so viele Menschen hier folgen. 🙂

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